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13. bis 18. Dezemberr 2019
Das bewegte Bild - Das Bild bewegt / Zeit und Takt

Petra Buchegger (1970-2017)
Asi es la vida

Vernissage: Freitag, 13. Dezember 2019, 19 Uhr
Ausstellung von 14. bis 18. Dezember 2019
Zur Ausstellung: Gustav Schörghofer SJ, (Jesuiten:Kunst)

Die Künstlerin und Landschaftsplanerin Dipl.-Ing.in Petra Buchegger verstarb 2017 zu früh und nun widmet das basement dieser geschätzten Künstlerin und vormals lehrenden an der BOKU, Universität für Bodenkultur Wien, eine Ausstellung mit ausgesuchten Arbeiten wie Zeichnungen, Objekten, Videos und Installation. Die Arbeiten von Petra Buchegger werden in der letzten Ausstellung von basement zum Jahresthema Das bewegte Bild - das Bild bewegt, gezeigt. Es ist eine Anerkennung an die zu früh verstorbene Künstler, deren Arbeiten sich immer um das Bild, das versteckte aber auch vergrößerte Bild drehen, ge- dreht haben. Buchegger ́s Arbeiten bestechen durch ihren konsequenten Umgang mit dem reduzierten Bild, dem Objekt als Abbild des Alltäglichen, dem einfachen Tun, tagtäglichen Bewegungen und Arbeitsschritten.
Die Videoarbeiten von Petra Buchegger erzählen in einer besonderen narrati- ven Weise von der kleinteilig strukturierten Landschaft in Galizien, im Westen Spaniens. In Felisa untersucht Petra Buchegger die Subsistenzökonomie Galiziens am Beispiel von Felisa, die selbstständig seit 30 Jahren mit dem Verkauf der Kittelschürze am Markt zum Lebensunterhalt der Familie maßgeb- lich beigetragen hat. „Felisa trägt während all dieser Arbeiten eine Kittelschürze – für Galicien typisch eine karierte in verschiedenen Farben. Und nicht nur sie, zahlreiche andere Frauen haben diese Schürze im alltäglichen Gebrauch. Das bedeutet das das Landschaftsbild Galiciens wesentlich durch die arbeitenden Frauen in ihren Kittelschürzen geprägt ist. Die Kittelschürze ist somit ein Indiz für die vorhandene Subsistenzökonomie Galiciens. „ Petra Buchegger, 2011 Eine Mischung der unterschiedlichen Arbeiten, Zeichnungen als auch sorgfältig gestaltete Skulpturen in verschiedenen Dimensionen, oftmals Urformen, von Hand gefertigte Objekte (die Kittelschürze nimmt einen symbolischen Charakter ein), präsentieren und re ektieren die Vielfalt als auch den konzeptuellen Fokus auf die Substanzwirtschaft und die Beschäftigung mit dem Bestehenden.

  In ihren Fotogra en, Zeichnungen, Videos und Installationen thematisiert Petra Buchegger die unscheinbaren Aspekte des Alltags, Dinge, die leicht übersehen werden, Handlungsszenarien und Geschichten, die für sich genommen unspektakulär sind. So widmete sie etwa Salzteigobjekten, diesen kindlichen Urformen der Skulptur, eine eigene Werkgruppe. Mit Küchenabfällen wiederum beschäftigte sie sich in einer bestechend präzise ausgeführten Zeichnungsserie. Und über das Gemüse und die Blumen im Garten ihrer Mutter schuf sie schließlich einen umfangreichen Zyklus von Kreidezeichnungen. Ein wiederkehrendes Motiv, auch in der kommenden Solo-Ausstellung in der Eboran Galerie Wien, ist die Kittelschürze, die in vielen ländlichen Regionen bis heute ein typisches Kleidungsstück der Frauen ist. Aus dem Blickwinkel der Mode ein absolutes Nogo, erhöht Petra Buchegger dieses Symbol einfachen Lebens durch ihre Kunst. Anhand von Fallbeispielen aus Galizien setzt sie es als Aufhänger für die Erzählung von Lebensmodellen, die sich den Gesetzen des modernen Kapitalismus wider- setzen.
Johanna Holeitner, Die Presse, 10.05.2017

Die Kunst von Petra Buchegger wurzelt in den Randzonen des Alltäglichen, in Bereichen des Unansehnlichen, des leicht Übersehenen, des Kunstlosen. Das können Objekte aus Salzteig sein, Reste von Schürzenstoffen oder das einfache Tun einer Frau in einem Gewächshaus. Petra Buchegger entdeckt das Erstaunliche dort, wo andere keinen Grund zum Staunen nden. Durch ihre Kunst sucht Petra Buchegger auch andere für dieses Staunen zu gewin- nen. Sie verlockt zu höherer Aufmerksamkeit, indem sie die kleinen Dinge vergrößert, in ein ande-res Material umsetzt, zu Bildern und Filmen verarbei- tet. Die Haltung der Subsistenzwirtschaft, das Gewinnen des Lebensunter- halts durch sorgfältigen Umgang mit dem Bestehenden, ist für Petra Bu- chegger wegweisend und prägt auch ihre Kunst. Vielfach sind die Träger dieser Haltung Frauen in einfachen Verhältnissen. Ihnen schenkt daher Petra Buchegger besondere Aufmerksamkeit. Schönheit kommt in der Kunst von Petra Buchegger nicht aus dem Glanz des Brillanten, nicht aus dem Leuchten des Außerordentlichen, sondern aus dem Staub des Unscheinbaren. Ihre Kunst lehrt, Schönheit dort zu entdecken, wo sie gar nicht vermutet worden ist. Einfaches Tun, wieder verwendete Stoffreste, kleine Gebilde aus Salzteig können auf diese Weise ungeahnte Wunder offenbaren. Ein Anfang wird so gemacht. Aus ihm kann eine neue Sicht der Welt erwachsen.
Gustav Schörghofer Die Begriffe Zeit und Takt, als Unterthema für das Jahresthema 2019, bezie-hen sich auf Petra Buchegger ́s Video Arbeiten als auch auf die zeitliche Ab-folge von Bildern, die wie in Apron knots, hintereinander geschaltet eine Illusi-on erzeugen können. In ihren Videos, Felisa und Invernadero, wird der Modus der Zeit durch Erzählrahmen als auch Rück- blenden auf neue Weise konju-giert. Erst durch dieNähe der Dinge zueinander, in der Zeit und Ferne voneinan- der im Raum, konstituiert sich jene spezi sche Zeit-Räumlichkeit. Die Arbeiten von Petra Buchegger erstellen das Zeit/Takt Verhältnis mit spiele- rischer Leichtigkeit sowie mit konzeptueller Grundsätzlichkeit. 


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